avantsmart bei den Digital Days 2016

Digital City Vienna: Mit der Blockchain zur Energierevolution?

Die Industrie befindet sich in einem Wandel hin zur Digitalisierung. Konzepte wie Industrie 4.0, Blockchain und Digitale Transformation prägen den derzeitigen Diskurs und bieten spannendes Diskussionspotential. avantsmart spürt diese Trends auf und informiert Sie aus erster Hand. 

Die Digital Days 2016 boten ihren BesucherInnen vom 19. bis 21. Oktober an der TU Wien die Möglichkeit, sich über diese aktuellen und zukünftigen Entwicklungen in der digitalen Welt zu informieren und auszutauschen. Am zweiten Tag der Veranstaltung wurde eine neue Technologie, von der gegenwärtig viel gesprochen, aber nur halb so viel gewusst wird, erörtert. Gemeint ist die „Blockchain“. In einer eigenen Session, die von Hemma Bieser moderiert wurde, ging es um Grundlagen und internationale Use Cases mit der Blockchain-Technologie.

„Block“-„Chain“, wörtlich übersetzt Block und Kette. Darunter könnte man sich einiges vorstellen, ein Werkzeug etwa?

Blockchain – eine kleine Einführung

Tatsächlich ist die Blockchain in gewisser Weise ein Werkzeug. Konkret handelt es sich um eine neue Form der Peer-to-Peer-Transaktion, bei der Akteure innerhalb eines Netzwerks direkt und ohne Intermediär (Zwischenhändler) Transaktionen durchführen können. Dabei werden die Eigenschaften eines Gutes und die Transaktionen, die zeitgleich im Netzwerk getätigt werden, in Form von Datenblöcken zusammengefasst und dezentral auf den Computern des Netzwerks verschlüsselt gespeichert. Diese Verschlüsselung kann im Nachhinein nicht mehr geändert werden. Durch die dezentrale Speicherung ist es so gut wie unmöglich, Ketten zu manipulieren, da diese laufend innerhalb des Netzwerks untereinander abgeglichen werden. Im Falle einer inkorrekten Errechnung einer Datenkette (bspw. im Zuge einer Manipulation) wird eine sofortige Fehlermeldung an das Netzwerk ausgesendet.

Den ca. 70 TeilnehmerInnen wurden in einer zweistündigen Session bisherige Praxisbeispiele, die Funktionsweise, aber auch neue Ideen für Anwendungsfelder der Blockchain vorgestellt, die daraufhin an jeweils sieben Roundtables  diskutiert wurden. 

Die neue Rolle der Blockchain im Energiesektor

Am Tisch „Mit der Blockchain zur Energierevolution“, moderiert von Kevin van Delden (avantsmart) stand die Umsetzungsmöglichkeit der Blockchain im Energiesektor im Vordergrund der Diskussion. Dazu wurde als Input die Möglichkeit der Kombination der Blockchain mit Microgrids (in sich geschlossene intelligente Stromverteilungsnetze) vorgestellt. Diese Kombination würde den StromkonsumentInnen, wenn sie bspw. eine Photovoltaik-Anlage an ihrem Haus besitzen, ermöglichen, ebenfalls zu Stromproduzenten und somit zu Prosumern zu werden. Dadurch könnten sie ihre überschüssige Energie innerhalb eines Microgrid, direkt an ihre NachbarInnen über die Blockchain verkaufen, ohne dabei einen Stromlieferanten als Intermediär in Anspruch nehmen zu müssen. Die Blockchain würde die Transaktionsbasis bieten und mit Hilfe von intelligenten Soft- und Hardwarelösungen (Smart-Meter und Smart-Contracts) den Stromhandel automatisch abwickeln.

Herausforderungen für die Blockchain im Energiesektor

Am Tisch wurden die Vor- und Nachteile sowie die Chancen und Risiken dieser Technologie von TeilnehmerInnen aus der Energiewirtschaft sowie aus anderen Bereichen der Wirtschaft diskutiert. Als größte Herausforderung wurde dabei die Gewährleistung der Netzsicherheit gesehen. Lösungsvorschläge ließen in der Diskussionsrunde aber nicht lange auf sich warten. So wurde zum Beispiel auf die Konsortium-Lösung verwiesen,  die aus Akteuren der Energiewirtschaft, der Politik sowie Netzbetreibern bestehen würde, die in Form einer Non-Profit-Organisation die Netzsicherheit gewährleisten könnten. Eine andere Idee war, einen staatlichen Akteur einzusetzen, der nur die Netzsicherheit als Ziel hätte und sich darüber hinaus nicht in den Strommarkt einmischen würde. Als weitere Möglichkeit wurde die Übergabe der Netzsicherheit an eine automatisierte Blockchain diskutiert, wodurch diese eigenverantwortlich durch eine intelligente Vernetzung aller Stromverbraucher, -Produzenten und –Speicher als ein intelligentes Netz agieren könnte, um so Spannungsschwankungen auszugleichen.

Wie sieht die Zukunft im Energiesystem aus?

Einig waren sich die TeilnehmerInnen darüber, dass sich das Energiesystem verändern wird und neue Technologien den Markt dominieren werden. Ob es sich dabei um die Blockchain handeln wird, blieb aber offen, da diese noch in einer frühen Entwicklungsphase steckt und sich noch verschiedenen Fragen widmen muss, wie bspw. die der Netzsicherheit oder der regulatorischen Voraussetzungen, um reibungslos implementiert werden können.    

Dieser Blogbeitrag wurde von Kevin van Delden, Innovation Trainee, bei avantsmart erstellt. 
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Kevin 01