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Bei der diesjährigen Smart Energy Systems Week spielten neue Geschäftsmodelle eine entscheidende Rolle. Wie man außergewöhnliche Ideen entwickelt, konnten die rund 50 TeilnehmerInnen der Smart Service Innovation Session am 17. Mai in Graz erleben.

 

Inspiration – Die Jungen wissen noch nicht, was alles nicht geht. Sie tun es einfach und sind dabei erfolgreich

Start-ups aus drei verschiedenen Ländern machten den Auftakt zur Smart Service Innovation Session.

Santosh Eswaran aus Dehli stellte sein Start-up VRSavvy (http://www.vrsavvy.co) vor. Virtual Reality für das Energienetz? Ja, denn diese Industrial Internet of Things Lösung macht es möglich, mit einer Virtual Reality-Brille Komponenten des Smart Grids zu visualisieren. Anlagen können von der Ferne mit der Brille überwacht, Daten gesammelt und ausgewertet werden. 

Gustav Gardbro gehört zum Team von Watty (https://watty.io), einem schwedischen Start-up. Die neue Generation der Echtzeitmessung von Energieverbrauchsdaten braucht dafür die Watty-Box, die sich automatisch über WIFI mit allen Geräten im Haushalt verbindet und den KundInnen über eine App die relevanten Informationen liefert.

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Abbildung 1: Gustav Gardbro stellt Watty vor

Österreich war durch Simon Hönegger, dem Gründer von Guh (https://guh.io) vertreten. Die Lösung von Guh richtet sich primär an Unternehmen, die ihre Produkte smart und sicher machen wollen. Dabei verbindet Guh einzelne Produkte miteinander und realisiert so das Internet of Things.

Die drei Start-up Pitches waren nur der Anfang vom eigentlichen Workshop. Voller Inspiration und mit neuen Ideen starteten die TeilnehmerInnen in die Arbeitssession. Die Aufgabe bestand darin, an nur einem Nachmittag, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Mit dem richtigen Handwerkszeug kann das auch gelingen.

 

The Double Loop – Business Design als iterativer Prozess

Hemma Bieser (avantsmart) und Eric-Jan Kaak (IcoSense) gaben eine kurze Einführung in die Methoden des Business Design. Anhand der sogenannten Double Loop, einer doppelten Schleife, lassen sich die einzelnen Schritte gut darstellen. Wichtig ist das Verständnis, dass Business Design ein iterativer Prozess ist. Der Kunden-Standpunkt (Point of View) muss immer wieder hinterfragt und neu definiert werden. Offen ist auch das Ergebnis: Erkenntnisse aus dem Kundenfeedback und neue Ideen führen dazu, dass das Resultat in der Regel von der ursprünglichen Idee stark abweicht. Folgende Abbildung gibt einen Überblick über den Business Design Prozess.

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Abbildung 2: Der Business Design Prozess als Double Loop (Quelle: Patrick Van Der Pijl , Justin Lokitz, Lisa Kay Solomon, Erik van der Pluijm, Maarten van Lieshout; Design a Better Business: New Tools, Skills, and Mindset for Strategy and Innovation” - John Wiley & Sons (14. Oktober 2016))

 

Aufgabenstellungen für die Energiewirtschaft

Neue Energiedienstleistungen stellen die KundInnen und NutzerInnen in den Mittelpunkt. Neue Wertschöpfungsketten entstehen und neue Player übernehmen entscheidende Rollen. Daraus entstehen völlig neue Fragestellungen, wie zum Beispiel: „Welche attraktiven Dienstleistungen könnten wir für verschiedene EnergiekundInnen, aber auch b2b im Energiesektor oder darüber hinaus entwickeln um z. B. Erneuerbare Energien besser zu nutzen, um mehrere Energieträger intelligent miteinander zu verbinden, um Assets effizienter einzusetzen, um Geschäftsprozesse einfacher abzuwickeln?“

 

Die Arbeit von 5 Stunden in einem 5-Minuten Pitch auf den Punkt gebracht

Nachdem alle Teams einmal den Double Loop durchlaufen hatten, mussten die TeilnehmerInnen eine letzte Aufgabe meistern. Die wesentlichen Ergebnisse sollten im Rahmen eines 5 minütigen Pitches vor einer Jury und einem großen Publikum präsentiert werden. Auch hier zeigten die Teams wieder unglaubliche Kreativität. Start-ups lernen schnell, ihre oder auch fremde Ressourcen zu nutzen. So baten etwa zwei Teams den Medienprofi Christian Spanik (http://www.digisaurier.de), der auch einen Vortrag an diesem Tag hatte, ein Video zu drehen, das dann am Abend präsentiert wurde.

Hier ein Überblick über die vielversprechenden neuen Geschäftsmodell-Ideen:

  • # 1 Franzbox: Die Franzbox ist eine Lösung für Netzbetreiber, die die Integration Erneuerbarer Energien auf der Microgrid-Ebene ermöglichen soll.
  • # 2 Happy Together Community (HTC): Das ist eine Energiecommunity, die genug Energie für alle bereitstellt und vor allem international eine hohe Relevanz haben kann.
  • # 3 Business4Everybody (B4€): Dieses Blockchain-basierte Geschäftsmodell greift auf bestehende Lösungen z. B. für Parkplatzsuche (Payuka) oder E-Car-Sharing Modelle zurück und bietet seinen KundInnen Energie- und Mobilitätsgesamtlösungen an.
  • # 4 GreenVest: Diese Geschäftsidee baut darauf auf, dass Investments grün und nachhaltig sein sollten. Mit GreenVest können zukünftig auch Solarthermie-Anlagen durch die Crowd finanziert werden.
  • # 5 Challenge Accepted: Diese Lösung richtet sich an Communities, die gemeinsam die Energiewende gestalten wollen. Es werden unterschiedliche Challenges ausgelobt, die dann durch die Gemeinschaft gelöst werden. Ein Dashboard zeigt den aktuellen Status an.
  • # 6 White Board Energy: Mit dem Geschäftsmodell soll der Peer-to-Peer Handel von Energie realisiert werden. Dabei setzen die Erfinder auf den Austausch zwischen privaten Prosumern, der Industrie und der öffentlichen Hand.

 

Am Ende des Tages waren alle Gewinner

Am Abend lud die Energienetze Steiermark zu einem Empfang. Geschäftsführer Dr. Franz Strempfl begrüßte die über 100 Gäste und war wie alle gespannt auf die Präsentationen der einzelnen Teams. Eine ExpertInnenjury wählte #6 White Board Energy zum Siegerteam. Das Publikum jedoch kürte #3 Business4Everybody (B4€) zu ihrem Liebling. Beide Teams wurden mit einem Smart Energy Award des Ministeriums ausgezeichnet. Am Ende des Tages waren alle Gewinner, die an der Smart Service Innovation Session teilgenommen haben. Die Arbeit in dem Workshop hat sich auf jeden Fall gelohnt, denn es hat viel Spaß gemacht, es wurden neue Ideen geboren und viele Kontakte geknüpft. So sind nach einer langen Feier im Anschluss alle als Gewinner nach Hause gegangen.

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Abbildung 3: Die Gewinner des Jurypreises (Energy White Board)

 

Über die Smart Service Innovation Session

Die Smart Service Innovation Session ist ein international besetzter Co-Creation Workshop, in dem über 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer neue Geschäftsmodelle für den Energiemarkt der Zukunft entwickeln. avantsmart führte die Session bereits zum zweiten Mal im Rahmen der Smart Energy Systems Week (http://www.seswa.at/programm.html) im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie durch.   

 

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Abbildung 4: Santosh Eswaran hatte die längste Anreise hinter sich und er verstärkte das Team 2

 

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für die konstruktive Mitarbeit.

Besonderen Dank richten wir an die Themenpaten Robert Hermann (Montanuniversität Leoben), Peter Käfer (Meo Energy), Mathias Schaffer (Energie Steiermark), Bernhard Gerards (Solid), Ludwig Karg (B.A.U.M. Consult), sowie an die ExpertInnen unserer Jury Edeltraud Stiftinger (aws), Alexandra Herrmann-Weihs (Oesterreichs Energie), Stefan Pfeffer (Microtronics), Thomas Zeinzinger (Blockchain Hub Graz) und Albrecht Reuter (Fichtner IT Consulting).

 

Haben wir Ihr Interesse geweckt?

Mit der Smart Service Innovation Session haben wir einen weiteren Schritt gemacht, um den Schwerpunkt Business Design in der Smart Energy-Community bekannter zu machen. avantsmart arbeitet mit seinen Kundinnen und Kunden intensiv an konkreten Geschäftsmodellen, Lösungen und Services rund um die Energiewende und die Digitalisierung. Wenn Ihr Interesse an unserem Angebot geweckt wurde, oder wenn Sie selbst einen Workshop zum Thema „neue Geschäftsmodelle“ planen, so sprechen Sie doch mit uns.

Kontakt:

DI Hemma Bieser, MSc avantsmart e. U.
+43 664 35 661 35

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